Primäre glenohumerale Arthrose
Gelenkveränderungen ohne klar benennbare vorangegangene Ursache. Alter und individuelle Veranlagung spielen eine Rolle, ohne dass daraus eine feste Verlaufsprognose folgt.
SF Physio Evidenzguide
Glenohumerale Arthrose (Omarthrose) des Schultergelenks
„Arthrose in der Schulter“ klingt oft endgültig – und ist es nicht. Dieser Deep Dive erklärt, was eine glenohumerale Arthrose ist, warum das Röntgenbild Ihre Beschwerden nicht bestimmt, welche Diagnostik sinnvoll ist, was Bewegung und Training realistisch leisten können und wie Injektionen und ein möglicher Gelenkersatz einzuordnen sind.
Fachlich verantwortet von Stephan Fekkers, B.Sc. Physiotherapie. Grundlage sind die auf dieser Seite verlinkten Leitlinien und Dokumente.
Die glenohumerale Arthrose betrifft das Gelenk zwischen Oberarmkopf und Schulterpfanne – sie ist nicht mit Knie- oder Hüftarthrose gleichzusetzen.
Bildbefund und Beschwerden hängen nicht zwingend zusammen: „Knochen auf Knochen“ beschreibt ein Röntgenbild, nicht Ihre Schmerzstärke.
Die Einordnung entsteht klinisch; das Röntgenbild bestätigt und ordnet ein, MRT oder CT nur bei konkreter Zusatzfrage.
Bewegung, Beweglichkeit und dosierter Kraftaufbau sind eine plausible, leitliniengestützte konservative Option – die APTA-CPG 2023 nennt die Evidenz zur Wahl einer bestimmten Intervention jedoch unzureichend.
Hyaluronsäure wird von der AAOS-CPG 2020 mit starker Evidenz nicht empfohlen; ein Gelenkersatz ist eine gemeinsam abzuwägende Option, kein Scheitern und kein Standard.
Als Schulterarthrose – fachlich glenohumerale Arthrose oder Omarthrose – werden Veränderungen des Knorpels und der angrenzenden Gelenkanteile zwischen Oberarmkopf und Schulterpfanne bezeichnet. Diese Veränderungen können mit Schmerz, Steifigkeit und eingeschränkter Beweglichkeit einhergehen.
Zwei Dinge sind dabei wichtig. Erstens: Die Schulter ist kein kleines Knie. Die glenohumerale Arthrose unterscheidet sich in Gelenkaufbau, Belastungsanforderungen und Studienlage deutlich von Knie- und Hüftarthrose; Erkenntnisse aus diesen Gelenken lassen sich nicht ungeprüft übertragen. Wo wir auf dieser Seite Aussagen treffen, beziehen sie sich ausdrücklich auf das Schultergelenk.
Zweitens: Begriffe wie „Verschleiß“ oder „Knochen auf Knochen“ sind Bildbeschreibungen, keine Prognosen. Sie erzeugen oft mehr Angst als Klarheit. Bildbefund und erlebte Beschwerden oder Funktion korrelieren nicht zwingend – genau deshalb entsteht eine sinnvolle Einordnung erst aus Anamnese, Untersuchung und, wo nötig, gezielter Bildgebung.
Deutlicher Bildbefund, wenig Beschwerden
Kommt vor. Behandelt wird die Person mit ihren Beschwerden, nicht das Bild.
Deutlicher Bildbefund, starke Beschwerden
Möglicher Zusammenhang – die Einordnung ergibt sich erst klinisch.
Geringer Bildbefund, starke Beschwerden
Auch das gibt es. Schmerz entsteht aus mehr als nur Gelenkstruktur.
Die Darstellung zeigt Konstellationen, keine Häufigkeiten, und ersetzt keine individuelle Untersuchung.
Primäre glenohumerale Arthrose
Gelenkveränderungen ohne klar benennbare vorangegangene Ursache. Alter und individuelle Veranlagung spielen eine Rolle, ohne dass daraus eine feste Verlaufsprognose folgt.
Sekundäre Arthrose
Gelenkveränderungen nach einem erkennbaren Auslöser – etwa nach Brüchen oder Ausrenkungen, nach Operationen, bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen oder bei langjährig nicht funktionsfähiger Rotatorenmanschette.
Die Unterscheidung hilft beim Verständnis der Vorgeschichte. Für die Behandlung entscheidend bleiben aber Ihre Beschwerden, Ihre Funktion und Ihre Ziele – nicht allein die Einordnung in eine Kategorie.
Häufig berichtet werden tief sitzende Schulterschmerzen bei Belastung und Bewegung, Steifigkeit besonders nach längeren Ruhephasen, eine eingeschränkte aktive und passive Beweglichkeit sowie gelegentlich ein Reiben oder Knirschen (Krepitation). Manche Menschen schlafen schlechter, weil das Liegen auf der betroffenen Seite unangenehm ist.
Keine einzelne Beschwerdekombination beweist die Diagnose. Ähnliche Beschwerden können auch bei anderen Schulterproblemen auftreten, und mehrere Themen können nebeneinander bestehen. Die Einordnung entsteht deshalb immer aus dem Gesamtbild.
Die meisten Schulterbeschwerden sind nicht gefährlich. Die folgenden Situationen gehören jedoch zeitnah ärztlich beurteilt – nicht als Grund zur Beunruhigung, sondern damit nichts Relevantes übersehen wird. Physiotherapie und ärztliche Betreuung arbeiten dabei zusammen.
Am Anfang stehen Anamnese und körperliche Untersuchung. Zur Bestätigung und Einordnung einer glenohumeralen Arthrose ist das Röntgenbild die primäre Bildgebung. Ein MRT oder CT gehört nicht zur Routine: Sinnvoll wird es, wenn eine konkrete Zusatzfrage besteht – etwa zu Weichteilen, zur Rotatorenmanschette oder zur Knochenanatomie vor einem geplanten Eingriff – und wenn das Ergebnis das weitere Vorgehen tatsächlich verändert.
Auch ein eindeutiges Bild ersetzt die klinische Beurteilung nicht. Wie stark Ihre Beschwerden sind, was Sie im Alltag können und was Ihnen wichtig ist, steht im Bildbefund nicht.
Die glenohumerale Arthrose ist ein eigenes Krankheitsbild. Sie ist weder mit der Frozen Shoulder noch mit rotatorenmanschettenbezogenen Beschwerden oder einer Kalkschulter gleichzusetzen – auch wenn sich Beschwerden ähneln und mehrere Themen gleichzeitig bestehen können.
Glenohumerale Arthrose
Passiv: häufig eingeschränkt, oft zusammen mit Steifigkeit und Krepitation
Bildgebung: Röntgen ist die primäre Bildgebung zur Bestätigung und Einordnung
Frozen Shoulder
Passiv: deutlich eingeschränkt, häufig zuerst die Außenrotation
Bildgebung: klinische Diagnose; Bildgebung grenzt Alternativen ab
RCRSP / „Impingement“
Passiv: in der Regel erhalten
Bildgebung: Bildgebung oft nicht entscheidend
Kalkschulter
Passiv: meist erhalten, in sehr schmerzhaften Episoden schmerzbedingt eingeschränkt
Bildgebung: Kalkdepot in Röntgen oder Ultraschall darstellbar
Frozen Shoulder (adhäsive Kapsulitis)
Auch hier ist die passive Beweglichkeit deutlich eingeschränkt – die Ursache ist jedoch eine andere. Die Unterscheidung erfolgt klinisch, das Röntgenbild kann knöcherne Veränderungen abgrenzen.
Zum passenden GuideRotatorenmanschettenbezogener Schulterschmerz (RCRSP)
Belastungsabhängiger Schmerz bei meist frei geführter passiver Beweglichkeit. Ein eigenes Beschwerdebild, das jedoch gemeinsam mit Gelenkveränderungen auftreten kann.
Zum passenden GuideKalkschulter (Tendinopathia calcarea)
Kalkdepot in einer Sehne der Rotatorenmanschette – eine eigene Diagnose, die mit einer Arthrose nicht gleichzusetzen ist.
Zum passenden GuideArthrose des Schultereckgelenks (AC-Gelenk)
Beschwerden eher punktuell oben auf der Schulter, oft beim Führen des Arms über den Körper – ein anderes Gelenk als das Hauptschultergelenk.
Ursachen aus Nacken oder Nervensystem
Ausstrahlende Beschwerden in Schulter und Arm können ihren Ursprung in der Halswirbelsäule oder in einer Nervenreizung haben.
Zum passenden GuideTrauma, Fraktur oder Infektion
Nach einem Unfall, bei Fieber oder stark entzündlich wirkender Schulter hat die ärztliche Abklärung Vorrang.
Die Clinical Practice Guideline der APTA aus dem Jahr 2023 zur glenohumeralen Arthrose berichtet, dass Physiotherapie bei nichtoperativ behandelter glenohumeraler Arthrose möglicherweise nützt, dass die Evidenz zur Auswahl einer bestimmten Intervention aber unzureichend ist (Michener et al., Physical Therapist Management of Glenohumeral Joint Osteoarthritis: A Clinical Practice Guideline from the American Physical Therapy Association, Physical Therapy 2023 (PMID 37115808)). Diese Einordnung nehmen wir ernst: Bewegung, Beweglichkeitsarbeit und dosierter Kraftaufbau sind eine plausible, leitliniengestützte und individuell anzupassende konservative Option – aber keine für die Schulterarthrose speziell stark bewiesene Heilbehandlung.
Was aktive Behandlung nicht leistet, sagen wir genauso deutlich: Sie baut keinen Knorpel auf und macht keine Arthrose rückgängig. Die realistischen Ziele sind weniger Schmerz, mehr Beweglichkeit, mehr Kraft und mehr Belastbarkeit im Alltag.
Verständliche Edukation
Befund einordnen, Nocebo-Sprache entschärfen, Sicherheit im Alltag gewinnen.
Symptomangepasste Aktivität
Bewegung beibehalten statt vollständig zu schonen; Reizbarkeit steuern.
Beweglichkeitsarbeit
Bewegungsausmaß so weit wie möglich erhalten oder verbessern.
Dosierter Kraftaufbau
Belastbarkeit für Alltag, Arbeit und Hobby schrittweise erhöhen.
Alltagsfunktion trainieren
Konkrete Tätigkeiten wie Anziehen, Heben oder Überkopfarbeit wieder zugänglich machen.
Manuelle Therapie – ergänzend
Symptomorientiert und zeitlich begrenzt; kein Einrenken, keine strukturelle Korrektur.
Einordnung: Die Evidenzampel oben entspricht genau den Aussagen im Fließtext, in den häufigen Fragen und im Fazit. Eine klare Rangfolge einzelner konservativer Verfahren lässt sich aus der aktuellen Datenlage für die glenohumerale Arthrose nicht ableiten.
Die wichtigste Alltagsregel lautet: Belastung steuern statt vollständig schonen. Wer die Schulter über längere Zeit aus dem Alltag ausklammert, verliert Beweglichkeit und Belastbarkeit – und die Rückkehr zu Arbeit, Haushalt und Hobby wird schwieriger.
Wählen Sie eine Belastung, die Sie gut kontrollieren können, beobachten Sie die Reaktion während der Belastung, am Abend und am Folgetag, reduzieren Sie bei klar erhöhter Reizung Umfang oder Bewegungsausmaß und steigern Sie bei guter Verträglichkeit schrittweise. Diese Rückmeldung Ihrer Schulter ist die wichtigste Steuerungsgröße – hilfreicher als jede feste Zahl.
Ein künstliches Schultergelenk ist weder ein Scheitern der konservativen Behandlung noch der automatische Standardweg. Es wird als Option besprochen, wenn Schmerz und Funktionsverlust trotz angemessener konservativer Behandlung dauerhaft erheblich bleiben.
Zwei Bauarten werden dabei unterschieden. Bei der anatomischen Prothese wird der natürliche Gelenkaufbau nachgebildet. Bei der inversen Prothese wird das Verhältnis von Kopf und Pfanne umgekehrt, sodass der Deltamuskel mehr Arbeit übernehmen kann – ein Thema vor allem dann, wenn die Rotatorenmanschette nicht mehr ausreichend funktioniert. Welche Variante im Einzelfall infrage kommt, beurteilt ausschließlich die fachärztliche Betreuung. Diese Seite gibt dazu bewusst keine individuelle Empfehlung.
Verläufe sind individuell. Beschwerden können über die Zeit schwanken, Phasen mit mehr und mit weniger Schmerz sind üblich. Pauschale Zeitangaben oder Versprechen über einen bestimmten Zustand nach einer bestimmten Zahl von Wochen gibt es hier nicht – sie wären nicht belegbar.
Was sich aber gut beschreiben lässt, sind die Ziele: weniger Schmerz, mehr Beweglichkeit, mehr Kraft, mehr Sicherheit bei Tätigkeiten, die derzeit vermieden werden. Diese Ziele lassen sich messen und im Verlauf vergleichen – unabhängig davon, was das Röntgenbild zeigt.
„Knochen auf Knochen – da kann man nichts mehr machen.“
Das ist eine Bildbeschreibung, keine Prognose. Bildbefund und Beschwerden hängen nicht zwingend zusammen, und konservative Behandlung zielt auf Schmerz, Funktion und Belastbarkeit.
„Bei Arthrose muss ich die Schulter schonen.“
Längere vollständige Schonung verringert Beweglichkeit und Belastbarkeit. Sinnvoll ist eine an die Reizbarkeit angepasste Belastungssteuerung.
„Mit den richtigen Übungen baue ich Knorpel wieder auf.“
Dafür gibt es keinen Beleg. Realistische Ziele sind weniger Schmerz, bessere Beweglichkeit und mehr Belastbarkeit im Alltag.
„Was bei Knie- und Hüftarthrose hilft, hilft auch der Schulter.“
Die Gelenke, Anforderungen und die Studienlage unterscheiden sich. Evidenz aus Knie und Hüfte lässt sich nicht ungeprüft auf die glenohumerale Arthrose übertragen.
„Hyaluronsäure schmiert das Gelenk und hilft immer.“
Die AAOS-Leitlinie 2020 spricht sich auf Basis starker Evidenz gegen einen Nutzen bei glenohumeraler Arthrose aus.
„Eine Prothese ist das Eingeständnis, dass Therapie versagt hat.“
Ein Gelenkersatz ist weder Scheitern noch Standard, sondern eine mögliche Option bei anhaltend erheblicher Beeinträchtigung nach gemeinsamer fachärztlicher Abwägung.
Mit ärztlicher Verordnung ist die Behandlung ohne Weiteres möglich. Da Stephan Fekkers sektoraler Heilpraktiker für Physiotherapie ist, ist eine Behandlung auch ohne ärztliche Verordnung möglich. Bei Warnzeichen oder nach einem Unfall hat die ärztliche Abklärung Vorrang.
Termin anfragenAls Schulterarthrose – fachlich glenohumerale Arthrose oder Omarthrose – werden Veränderungen des Gelenkknorpels und der angrenzenden Gelenkanteile zwischen Oberarmkopf und Schulterpfanne bezeichnet. Diese Veränderungen können mit Schmerzen, Steifigkeit und eingeschränkter Beweglichkeit einhergehen, müssen es aber nicht. Der Begriff beschreibt einen Gelenkzustand, nicht automatisch ein Schicksal.
Nein. Auch wenn der Begriff Arthrose gleich lautet, unterscheiden sich Schultergelenk, Belastungsanforderungen, Beschwerdebilder und Studienlage deutlich von Knie und Hüfte. Ergebnisse aus Knie- und Hüftstudien lassen sich deshalb nicht ungeprüft auf die Schulter übertragen. Wir kennzeichnen auf dieser Seite ausdrücklich, welche Aussagen sich auf die glenohumerale Arthrose beziehen.
Nein. Bildbefund und erlebte Beschwerden oder Funktion hängen nicht zwingend zusammen. Menschen mit deutlichen Gelenkveränderungen können wenig Beschwerden haben, während andere mit geringeren Veränderungen stark eingeschränkt sind. Formulierungen wie „Knochen auf Knochen“ beschreiben ein Bild, aber nicht Ihre Schmerzstärke, Ihre Funktion oder Ihre Zukunft.
Häufig berichtet werden tief sitzende Schulterschmerzen bei Belastung und Bewegung, Steifigkeit besonders nach Ruhephasen, eine eingeschränkte aktive und passive Beweglichkeit sowie gelegentlich ein Reiben oder Knirschen (Krepitation). Keine einzelne Beschwerdekombination beweist die Diagnose – die Einordnung entsteht aus Anamnese, Untersuchung und, wenn nötig, Bildgebung.
Am Anfang stehen Anamnese und körperliche Untersuchung. Zur Bestätigung und Einordnung einer glenohumeralen Arthrose ist das Röntgenbild die primäre Bildgebung. MRT oder CT gehören nicht zur Routine; sie kommen in Betracht, wenn eine konkrete Zusatzfrage besteht – etwa zu Weichteilen, Rotatorenmanschette oder Knochenanatomie vor einem geplanten Eingriff – und wenn das Ergebnis das weitere Vorgehen tatsächlich verändert.
Die APTA-Leitlinie 2023 hält fest, dass Physiotherapie bei nichtoperativ behandelter glenohumeraler Arthrose möglicherweise nützt, die Evidenz zur Auswahl einer bestimmten einzelnen Intervention jedoch unzureichend ist. Bewegung, Beweglichkeitsarbeit und dosierter Kraftaufbau sind daher eine plausible, leitliniengestützte und individuell anzupassende konservative Option – aber keine spezifisch für die Schulterarthrose stark bewiesene Heilbehandlung.
Nein. Es gibt keinen Beleg dafür, dass Training Gelenkknorpel wieder aufbaut oder eine Arthrose rückgängig macht. Realistische Ziele sind andere und keineswegs klein: weniger Schmerz im Alltag, bessere Beweglichkeit, mehr Kraft und Belastbarkeit sowie mehr Sicherheit bei Tätigkeiten, die derzeit vermieden werden.
Eine vollständige, dauerhafte Schonung ist nicht sinnvoll, weil Beweglichkeit und Belastbarkeit dabei abnehmen. Sinnvoller ist eine Belastungssteuerung: eine Dosis wählen, die zur aktuellen Reizbarkeit passt, die Reaktion beobachten und den Umfang bei guter Verträglichkeit schrittweise steigern beziehungsweise bei deutlicher Reizung vorübergehend zurücknehmen.
Manuelle Techniken können ergänzend und symptomorientiert eingesetzt werden, etwa um Bewegung vorübergehend angenehmer zu machen. Sie „renken“ nichts ein und korrigieren keine strukturellen Gelenkveränderungen. Sie ersetzen den aktiven Teil der Behandlung nicht.
Schmerzmedikamente, entzündungshemmende Medikamente (NSAR) und Kortisoninjektionen sind symptomorientierte Optionen, die ärztlich geprüft und verordnet werden. Sie können Phasen mit starken Beschwerden erträglicher machen und Bewegung wieder ermöglichen, haben aber Nebenwirkungen und Grenzen und sind keine Dauerlösung oder ursächliche Behandlung.
Die AAOS-Leitlinie von 2020 spricht sich auf Basis starker Evidenz gegen einen Nutzen von Hyaluronsäure-Injektionen bei glenohumeraler Arthrose aus. Diese Option sollte man deshalb nüchtern und zurückhaltend einordnen und bei Interesse ausdrücklich ärztlich besprechen.
Für sogenannte orthobiologische Verfahren wie PRP oder Stammzellanwendungen gibt es bei glenohumeraler Arthrose keine belastbare Evidenzgrundlage, die eine routinemäßige Empfehlung tragen würde. Die Unsicherheit ist hoch; wer solche Angebote erwägt, sollte Nutzen, Kosten und fehlende Belege offen mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprechen.
Ein Gelenkersatz ist weder ein Scheitern der konservativen Behandlung noch der Standardweg. Er wird als Option besprochen, wenn Schmerz und Funktionsverlust trotz angemessener konservativer Behandlung dauerhaft erheblich bleiben. Die Entscheidung trifft die fachärztliche Betreuung gemeinsam mit Ihnen, unter Abwägung von möglichem Nutzen, Eingriffsrisiken, Nachbehandlung und Ihren persönlichen Zielen.
Bei der anatomischen Prothese wird der natürliche Gelenkaufbau nachgebildet: Der Kopf bleibt oben, die Pfanne unten. Bei der inversen Prothese wird dieses Verhältnis umgekehrt, sodass der Deltamuskel mehr Arbeit übernehmen kann – das ist vor allem dann ein Thema, wenn die Rotatorenmanschette nicht mehr ausreichend funktioniert. Welche Variante infrage kommt, entscheidet ausschließlich die fachärztliche Beurteilung im Einzelfall; diese Seite gibt dazu keine Empfehlung.
Zeitnah ärztlich abklären lassen sollten Sie Beschwerden nach einem Unfall mit Verdacht auf Bruch oder Auskugeln, einen plötzlichen deutlichen Kraftverlust, Fieber mit stark gerötetem und überwärmtem Gelenk oder ausgeprägtem Krankheitsgefühl, neu aufgetretene neurologische Ausfälle sowie eine deutliche Verschlechterung trotz angemessener Behandlung. Auch bei Tumorerkrankungen in der Vorgeschichte gehören neue, ungewöhnliche Schulterbeschwerden ärztlich beurteilt. Ärztliche und physiotherapeutische Betreuung arbeiten hier zusammen.
Die glenohumerale Arthrose ist ein eigenes Krankheitsbild und nicht mit Knie- oder Hüftarthrose gleichzusetzen. Der Bildbefund bestimmt weder Ihre Schmerzstärke noch Ihre Zukunft. Bewegung, Beweglichkeit und dosierter Kraftaufbau sind eine plausible, leitliniengestützte konservative Option – die APTA-CPG 2023 nennt die Evidenz zur Wahl einer bestimmten Intervention jedoch unzureichend. Hyaluronsäure wird von der AAOS-CPG 2020 mit starker Evidenz nicht empfohlen, orthobiologische Verfahren sind nicht routinemäßig belegt, und ein Gelenkersatz ist eine gemeinsam mit der fachärztlichen Betreuung abzuwägende Option. Wenn Sie Ihre Schulter einordnen lassen und einen realistischen Plan möchten, begleiten wir Sie in Recklinghausen gern.
Schulter einordnen lassenhttps://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37115808/
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10256270/
https://www.aaos.org/globalassets/quality-and-practice-resources/glenohumeral/gjo-cpg.pdf
https://www.aaos.org/globalassets/quality-and-practice-resources/glenohumeral/shoulderoaauc.pdf
Vertiefende Evidenzguides zu einzelnen Diagnosen erscheinen Schritt für Schritt – verlinkte Karten sind bereits verfügbar.
Grundlagen, Diagnosen und Behandlung im Überblick
GuideBelastungsabhängiger Schulterschmerz bei meist freier passiver Beweglichkeit
GuideDeutlich eingeschränkte passive Beweglichkeit – eigenes Krankheitsbild
GuideKalkdepot in der Rotatorenmanschette – eigene Diagnose, eigene Einordnung
Das Wichtigste in Kürze
Sie erkennen sich wieder?
Wir begleiten Sie gerne bei Schulterarthrose.
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Autor & fachlich verantwortlich
Staatlich anerkannter Physiotherapeut, B.Sc. · Praxisinhaber SF Physio
Stephan Fekkers verfolgt einen konsequent evidenzbasierten Therapieansatz. Ziel seiner Behandlung ist es, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mit klinischer Erfahrung und den individuellen Zielen der Patientinnen und Patienten zu verbinden. Der Schwerpunkt liegt auf aktiver Therapie, verständlicher Aufklärung und nachhaltiger Verbesserung der Beschwerden.
Schwerpunkte
Qualifikationen
Berufstätig als Physiotherapeut seit 2007, Praxisinhaber der SF Physio seit 2018.
Inhalt und Quellen dieser Seite werden fachlich von Stephan Fekkers verantwortet. · Veröffentlicht am 12. September 2026 · Zuletzt fachlich aktualisiert am 12. September 2026 · Autorenprofil ansehen
Methodik
Unsere Evidenzguides basieren bevorzugt auf aktuellen Leitlinien, systematischen Übersichtsarbeiten und hochwertigen klinischen Studien. Wir unterscheiden zwischen gut belegten Empfehlungen, unsicherer Evidenz und klinischer Einordnung.
Bevorzugte Quellen
Wir stützen uns bevorzugt auf aktuelle Leitlinien, systematische Übersichtsarbeiten und hochwertige klinische Studien.
Einordnung der Evidenz
Wir unterscheiden zwischen gut belegten Empfehlungen, unsicherer Evidenz und klinischer Einordnung aus der Praxis.
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Wissenschaftliche Quellen
Auswahl der wichtigsten konsensbasierten Leitlinien und hochwertigen Übersichtsarbeiten, auf die sich die Inhalte dieser Seite stützen. Wir verzichten bewusst auf überlange Literaturlisten zugunsten zitierfähiger Kernquellen.
Physical Therapist Management of Glenohumeral Joint Osteoarthritis: A Clinical Practice Guideline from the American Physical Therapy Association
Physical Therapy / APTA (PMID 37115808) · 2023
Management of Glenohumeral Joint Osteoarthritis – Evidence-Based Clinical Practice Guideline
AAOS · 2020
Appropriate Use Criteria: Glenohumeral Joint Osteoarthritis (Anwendungskriterien, keine Leitlinie)
AAOS · 2020
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